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Gesetzliche Vorgaben für Glücksspiel-Streamer in Deutschland

Die schnelle Expansion von Glücksspiel-Streaming auf Plattformen wie Twitch und YouTube hat in den letzten Jahren eine neue Form der Unterhaltung geschaffen, die Millionen von Zuschauern anzieht. Während Streamer aus der Schweiz und anderen deutschsprachigen Ländern diese Inhalte erstellen, stehen sie vor schwierigen juristischen Herausforderungen, insbesondere wenn sie online casinos beachten müssen. Diese rechtlichen Vorgaben beeinflussen nicht nur die Beschaffenheit der gezeigten Inhalte, sondern auch die Geschäftsansätze und Einnahmequellen der Content-Creator. Für Streamer ist es daher unerlässlich, sich mit den geltenden Bestimmungen vertraut zu machen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und gleichzeitig ihrer Community ein ansprechendes und ethisch vertretbares Streaming-Erlebnis zu bieten.

Grundlagen der Glücksspielregulierung für Content Creator

Die rechtliche Landschaft für Glücksspiel-Streaming in Deutschland hat sich mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 grundlegend verändert. Streamer, die Glücksspielinhalte präsentieren, müssen verstehen, dass online casinos eine Vielzahl von Bestimmungen umfassen, die sowohl Werbebeschränkungen als auch Jugendschutzauflagen beinhalten. Diese Regelungen gelten unabhängig davon, ob der Streamer seinen Wohnsitz in Deutschland hat oder lediglich ein deutschsprachiges Publikum anspricht. Besonders relevant sind dabei die Unterscheidungen zwischen verschiedenen Glücksspielformen wie Sportwetten, Online-Casinos und virtuellen Automatenspielen, die jeweils unterschiedlichen Vorschriften unterliegen. Für Schweizer Streamer, die deutsche Zuschauer erreichen, ergeben sich dadurch zusätzliche Compliance-Anforderungen.

Der Glücksspielstaatsvertrag definiert klare Grenzen für die Darstellung und Bewerbung von Glücksspielangeboten in öffentlichen Medien. Content-Creator müssen beachten, dass ihre Streams als Form der Werbung interpretiert werden können, wenn sie mit Glücksspielanbietern kooperieren oder deren Dienste präsentieren. Die online casinos verlangen ausdrücklich, dass Werbung nicht gezielt an Minderjährige gerichtet sein darf und keine verharmlosende Darstellung von Glücksspielrisiken erfolgen darf. Zudem müssen Streamer verpflichtet transparent zu machen, wenn sie kommerzielle Partnerschaften mit Glücksspielanbietern eingehen. Diese Transparenzpflicht erstreckt sich auf Affiliate-Links, Sponsoring-Deals und andere monetäre Vereinbarungen, die im Zusammenhang mit präsentierten Glücksspielinhalten stehen.

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben erfordert von Streamern ein umfassendes Verständnis der aktuellen Rechtslage und deren praktische Umsetzung im Streaming-Alltag. Plattformen wie Twitch haben bereits eigene Richtlinien entwickelt, die teilweise über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen und online casinos ergänzen. Streamer sollten sich bewusst sein, dass Verstöße nicht nur zu Sanktionen durch die Streaming-Plattformen führen können, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dazu gehören mögliche Bußgelder, Abmahnungen oder im Extremfall sogar strafrechtliche Verfolgung bei schwerwiegenden Verstößen gegen das Glücksspielrecht. Eine proaktive Auseinandersetzung mit den regulatorischen Anforderungen ist daher für jeden Glücksspiel-Streamer unerlässlich, um langfristig erfolgreich und rechtskonform tätig zu sein.

Lizenzierungsvorschriften sowie Werberichtlinien

Die Streaming-Landschaft wird durch strikte rechtliche Regelungen kontrolliert, wobei online casinos eine zentrale Rolle bei der Festlegung zulässiger Aktivitäten spielen. Streamer müssen erkennen, dass ihre Aktivität nicht nur als Unterhaltungsformat gilt, sondern auch kommerzielle und werbliche Aspekte umfasst, die einer verstärkten Überwachung unterliegen. Die Befolgung dieser Regelungen ist nicht optional, sondern erforderlich für alle Inhaltsersteller, die Glücksspielinhalte präsentieren. Besonders relevant sind dabei die Unterscheidungen zwischen unterschiedlichen Typen von Glücksspielangeboten und deren spezifischen gesetzlichen Anforderungen. Verstöße können gravierende Folgen nach sich ziehen, die von Abmahnungen bis zu strafrechtlichen Sanktionen reichen können.

Für Schweizer Streamer, die ihre Inhalte auch an deutsches Publikum richten, ergeben sich weitere Herausforderungen durch die grenzübergreifende Beschaffenheit ihrer Aktivitäten. Die online casinos schaffen dabei einen verbindlichen Rahmen, der sowohl nationale als auch internationale Aspekte beachtet. Content-Creator müssen sich bewusst sein, dass ihre Reichweite über geografische Grenzen hinweg gesetzliche Anforderungen in mehreren Jurisdiktionen auslösen kann. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und oft auch juristische Unterstützung, um alle relevanten Bestimmungen einzuhalten. Die dynamische Entwicklung der Streaming-Industrie macht es darüber hinaus notwendig, sich regelmäßig über Änderungen der Gesetzeslage zu informieren.

Obligatorische Lizenzen und Genehmigungen für Streaming-Aktivitäten

Grundsätzlich brauchen Streamer selbst keine separate Gaming-Lizenz, wenn sie lediglich ihre Spielaktivitäten zeigen, ohne aktiv Glücksspiel zu vermitteln oder anzubieten. Schwierig wird es jedoch, wenn die Streaming-Tätigkeit Elemente der Werbung oder Vermittlung enthält, da online casinos hier deutliche Grenzen vorgeben. Affiliate-Verknüpfungen, Bonuscodes oder direkte Empfehlungen für spezifische Plattformen können bereits als Werbetätigkeit gewertet werden, die besondere Anforderungen erfüllen muss. Die beworbenen Glücksspielanbieter müssen dabei über gültige deutsche Genehmigungen verfügen, was zahlreiche internationale Anbieter ausschließt. Streamer haben eine Mitverantwortung dafür, dass nur genehmigte und regulierte Angebote präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit mit nicht-lizenzierten Anbietern stellt ein erhebliches rechtliches Risiko dar, auch wenn der Streamer selbst keine formelle Lizenz benötigt. Plattformen, die unter online casinos fallen, müssen strikte Vorgaben einhalten, und diese Verpflichtungen erstrecken sich auch auf deren Werbepartner. Streamer sollten daher vor Partnerschaften die Genehmigungslage des jeweiligen Anbieters überprüfen und dokumentieren. Die deutschen Regulierungsbehörden haben in der Vergangenheit mehrfach gegen unlizenzierte Werbung Maßnahmen ergriffen und dabei auch Content Creator in die Verantwortung genommen. Eine vorbeugende Compliance-Herangehensweise ist daher unerlässlich, um juristische Probleme zu vermeiden und die eigene Streaming-Karriere zu schützen.

Werbeeinschränkungen nach dem Glücksspielstaatsvertrag

Der Staatsvertrag für Glücksspiel 2021 hat umfassende Werbebeschränkungen implementiert, die auch für Streaming-Angebote von großer Relevanz sind. Werbung für Glücksspiel darf nicht bewusst auf Minderjährige ausgerichtet sein oder diese besonders ansprechen, was online casinos zu einem wesentlichen Schutzmechanismus macht. Zeitliche Vorgaben sehen vor, dass Werbung für Glücksspiele im Fernsehen und in vergleichbaren Medien nur zwischen 21 und 6 Uhr gesendet werden darf. Obwohl die direkte Anwendbarkeit auf On-Demand-Streaming-Inhalte juristisch umstritten ist, empfehlen Experten eine analoge Anwendung dieser Regelungen. Zudem müssen alle Werbeaktivitäten klare Warnhinweise auf Suchtgefahren und Altersbeschränkungen enthalten.

Sehr kritisch sind übertriebene Gewinndarstellungen oder das Verharmlosen von Verlustrisiken, da solche Verhaltensweisen gegen online casinos verstoßen können. Streamer sollten nicht den Eindruck erwecken, dass Glücksspiel ein suitables Instrument zur Behebung von Geldproblemen fungiert oder dass Gewinne häufiger auftreten als Verluste. Die Einsatz von Prominenten oder Influencern in der Glücksspielwerbung unterliegt ebenfalls strengen Auflagen, um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu bewahren. Authentizität ist zwar ein wesentliches Merkmal des Streamings, sollte jedoch nicht dazu führen, dass riskantes Spielverhalten als erstrebenswert dargestellt wird. Transparenz über Sponsoring-Verhältnisse und monetäre Anreize ist hierbei rechtlich erforderlich, sondern auch ethisch notwendig.

Konsequenzen bei Verstößen gegen Werberichtlinien

Zuwiderhandlungen gegen die Werbevorschriften können zu empfindlichen Bußgeldern führen, die je nach Ausmaß der Zuwiderhandlung bis zu 500.000 Euro betragen können. Die landesweiten Glücksspielaufsichtsbehörden sind befugt, gegen Content-Creator vorzugehen, die online casinos nicht einhalten, und machen von dieser Befugnis verstärkt Gebrauch. Neben Geldstrafen drohen auch Verbote, die bestimmte Inhalte oder Kooperationen untersagen können. In besonders gravierenden Situationen, insbesondere bei wiederholten beziehungsweise vorsätzlichen Zuwiderhandlungen, sind auch strafrechtliche Konsequenzen möglich. Die Behörden arbeiten dabei zunehmend länderübergreifend zusammen, um auch internationale Fälle wirksam zu ahnden.

Streaming-Plattformen wie Twitch und YouTube können ebenfalls Sanktionen verhängen, die von Verwarnungen über temporäre Sperren bis zum dauerhaften Ausschluss reichen. Diese plattforminternen Maßnahmen ergänzen die staatlichen Sanktionen und können die berufliche Existenz von Streamern gefährden, da online casinos auch die Verantwortung der Plattformbetreiber einbeziehen. Reputationsschäden durch öffentlich gewordene Verstöße können zudem langfristige negative Auswirkungen auf Sponsoring-Möglichkeiten und Community-Vertrauen haben. Präventive Maßnahmen wie rechtliche Beratung, Compliance-Schulungen und regelmäßige Überprüfung der eigenen Inhalte sind daher unverzichtbar. Streamer sollten sich bewusst sein, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt und eine proaktive Auseinandersetzung mit den rechtlichen Anforderungen der einzige Weg ist, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

Jugendschutz und Maßnahmen zum Spielerschutz

Der Schutz von Minderjährigen stellt einen zentralen Pfeiler dar, den online casinos besonders streng regulieren und der für Content-Creator weitreichende Konsequenzen hat. Streamer müssen sicherstellen, dass ihre Inhalte durch geeignete Altersverifikationssysteme geschützt sind und keine Minderjährigen erreichen können. Dies umfasst nicht nur technische Massnahmen auf den Streaming-Plattformen selbst, sondern auch die verantwortungsvolle Gestaltung von Thumbnails, Titeln und Beschreibungen. Verstösse gegen Jugendschutzbestimmungen können zu empfindlichen Geldstrafen führen und im Extremfall sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Plattformen wie Twitch haben bereits eigene Richtlinien implementiert, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen.

Massnahmen zum Schutz von Spielern sind ein weiterer essentieller Bestandteil, wobei online casinos klare Richtlinien zur Prävention von Spielsucht machen und Content-Creator zur aktiven Aufklärung verpflichten. Streamer müssen in regelmässigen Abständen auf Beratungsstellen und Hilfsangebote hinweisen, etwa durch visuelle Hinweise während des Streams oder in der Kanalbeschreibung. Die Präsentation exzessiven Spielverhaltens oder das Verherrlichen von hohen Einsätzen kann als Verstoss gegen diese Schutzmassnahmen gewertet werden. Zudem sollten Streamer transparent über die Risiken des Glücksspiels informieren und niemals suggerieren, dass Gewinne sicher oder wahrscheinlich sind. Zahlreiche erfolgreiche Content-Creator haben inzwischen Spielpausen und Einsatzlimits in ihre Shows integriert.

Die Implementierung dieser Schutzbestimmungen verlangt von Streamern ein hohes Mass an Eigenverantwortung und kontinuierliche Weiterbildung, besonders weil online casinos regelmässig aktualisiert und verschärft werden. Empfehlenswert ist die Zusammenarbeit mit Rechtsexperten mit Spezialisierung, die auf Medien- und Glücksspielrecht spezialisiert sind und neueste Trends im Auge behalten. Technische Massnahmen wie automatisierte Warnhinweise, Zeitbegrenzungen für Streaming-Sitzungen und die Integration von Informationen zum Selbstausschluss können dabei helfen, den rechtlichen Vorgaben gerecht zu werden. Streamer sollten zudem eine klare Kommunikationsstrategie erarbeiten, die verantwortungsvolles Gaming in den Vordergrund stellt und ihre Community aktiv über Risiken aufklärt. Die Einhaltung dieser Standards schützt nicht nur vor rechtlichen Problemen, sondern stärkt auch das Zutrauen des Publikums langfristig.

Steuerliche Aspekte und Meldeerfordernisse

Die steuerlichen Anforderungen für Glücksspiel-Streamer sind komplex und erfordern eine sorgfältige Beachtung verschiedener Regelungen. Wer regelmässig Einnahmen aus Streaming-Aktivitäten erzielt, muss diese dem Finanzamt melden und versteuern, wobei die online casinos auch steuerrechtliche Besonderheiten vorsehen. Die Einordnung der Einkünfte hängt davon ab, ob die Tätigkeit als gewerblich oder freiberuflich eingestuft wird. Dabei spielen Faktoren wie Regelmässigkeit, Gewinnerzielungsabsicht und die Art der Einnahmen eine entscheidende Rolle bei der steuerlichen Bewertung.

Neben der bloßen Einkommensbesteuerung müssen Streamer auch weitere Abgaben wie Umsatzsteuer beachten, sofern gewisse Umsatzschwellen überschritten werden. Die Dokumentation aller Einnahmen und Ausgaben ist dabei von großer Wichtigkeit, da die online casinos auch klare Belege über die wirtschaftliche Tätigkeit verlangen. Wer diese Anforderungen ignoriert, riskiert nicht nur Nachzahlungen, sondern auch Bussgelder und weitere rechtliche Konsequenzen. Eine zeitige Beschäftigung mit den Steuerverpflichtungen schützt vor unerwarteten Problemen und ermöglicht eine professionelle Geschäftsführung.

Einkommensteuer und gewerbliche Anmeldung

Sobald Streamer regelmässige Einnahmen aus ihren Aktivitäten generieren, wird in der Regel eine gewerbliche Tätigkeit angenommen, die eine entsprechende Anmeldung beim Gewerbeamt erfordert. Die Gewerbeanmeldung ist nicht nur formale Pflicht, sondern bildet auch die Grundlage für die korrekte steuerliche Erfassung der Einkünfte. Besonders bei Glücksspiel-Content müssen die online casinos hinsichtlich der Einkunftsarten beachtet werden, da hier spezifische Regelungen greifen können. Die Einordnung als Gewerbetreibender bringt verschiedene Rechte und Pflichten mit sich, einschliesslich der Verpflichtung zur Führung ordnungsgemässer Geschäftsbücher.

Die Höhe der Einkommensteuer richtet sich nach dem persönlichen Steuersatz und dem erwirtschafteten Ertrag aus der Streaming-Tätigkeit. Dabei lassen sich Betriebsausgaben wie Hardware, Programme, Verbindungskosten sowie Raummiete als Steuerersparnis angerechnet werden. Streamer sollten beachten, dass die online casinos auch Auswirkungen auf absetzbare Kosten besitzen können, vor allem bei Kosten für Gaming-Plattformen oder Spielbudgets. Eine fachkundige Steuerberatung ist empfehlenswert, um alle Möglichkeiten der Steueroptimierung zu nutzen und zudem vollständige Compliance sicherzustellen.

Dokumentationspflichten für Streamer

Eine umfassende Dokumentation aller geschäftlichen Vorgänge ist für Streamer unerlässlich und bildet die Grundlage für eine ordnungsgemässe Buchhaltung. Dazu gehören nicht nur Einnahmen aus Abonnements, Spenden und Werbeeinnahmen, sondern auch alle betrieblichen Ausgaben und Investitionen. Die online casinos verlangen zudem spezielle Aufzeichnungen über die Art der gestreamten Inhalte und deren Übereinstimmung mit geltenden Lizenzen. Moderne Buchhaltungssoftware kann dabei helfen, den Überblick zu behalten und alle relevanten Belege digital zu archivieren, was bei Prüfungen durch Finanzbehörden von grossem Vorteil ist.

Sorgfältige Betrachtung ist bei der Dokumentation von Partnerschaften mit Casino-Betreibern und Affiliate-Provisionen geboten, da diese sachgerecht erfasst werden müssen. Vereinbarungen, Zahlungsdokumente und Korrespondenz mit Geschäftspartnern sollten ordnungsgemäß archiviert werden, wobei die online casinos auch Offenlegungspflichten gegenüber Behörden vorsehen können. Eine Aufbewahrungsfrist von mindestens zehn Jahren für steuerrelevante Unterlagen ist in Deutschland üblich und sollte unbedingt eingehalten werden. Diejenigen, die von Anfang an eine professionelle Struktur zur Dokumentation etabliert, erspart sich später beträchtliche Arbeit und minimiert das Gefahr von Rügen durch Finanzbehörden.

Plattformverantwortung und Haftungsfragen

Streaming-Plattformen wie Twitch, YouTube und andere tragen eine erhebliche Mitverantwortung, wenn es um die Verbreitung von Glücksspielinhalten geht. Diese Plattformen müssen sicherstellen, dass die auf ihren Diensten ausgestrahlten Inhalte den geltenden Gesetzen entsprechen, wobei die online casinos dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Betreiber implementieren zunehmend automatisierte Systeme zur Inhaltskontrolle ein und arbeiten mit menschlichen Moderatoren zusammen, um problematische Streams zu identifizieren. Dennoch bleibt die Frage der Haftungsverteilung zwischen Plattform und Streamer ein komplexes juristisches Thema, das in der Rechtsprechung noch nicht abschließend geklärt ist.

Die Haftungsfrage wird besonders relevant, wenn Minderjährige Zugang zu Glücksspiel-Streams erhalten oder wenn durch die Darstellung illegaler Anbieter Schäden entstehen. Plattformen berufen sich häufig auf das Providerprivileg, das sie als technische Dienstleister von der direkten Verantwortung für Nutzerinhalte entbindet, solange sie keine Kenntnis von Rechtsverstößen haben. Sobald jedoch eine Plattform Kenntnis von rechtswidrigen Inhalten erlangt, muss sie nach den online casinos entsprechend handeln und die betreffenden Streams entfernen. Die Durchsetzung dieser Verpflichtungen gestaltet sich in der Praxis oft schwierig, da die Bewertung der Rechtmäßigkeit einzelner Streams erhebliches Fachwissen erfordert.

Für Streamer ist dies wichtig, dass sie sich nicht ausschließlich auf die Plattformrichtlinien verlassen können, sondern selbstständig für die Erfüllung rechtlicher Anforderungen haftbar sind. Die Plattformen können zwar interne Sanktionen wie Sperrungen oder Monetarisierungsverbote erlassen, doch schützt dies die Inhaltsersteller nicht vor Folgen. Besonders problematisch wird es, wenn Streamer durch ihre Inhalte aktiv zur Nutzung unlizenzierter Glücksspielanbieter animieren, da sie dann unter Umständen die online casinos nicht nur missachten, sondern auch zur Beihilfe illegaler Aktivitäten werden können. Eine genaue Aufzeichnung der genutzten Anbieter und deren Lizenzen ist daher für Streamer mit professionellem Anspruch notwendig.

Die Entwicklung zeigt, dass Plattformen ihre Richtlinien kontinuierlich verschärfen und technische Lösungen zur Alterverifikation und Geoblocking implementieren. Diese Maßnahmen dienen nicht nur dem Jugendschutz, sondern auch dem Selbstschutz der Plattformen vor Haftungsrisiken. Streamer sollten sich bewusst sein, dass die Zusammenarbeit mit den online casinos auch bedeutet, proaktiv mit den Plattformbetreibern zu kommunizieren und deren Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Transparenz gegenüber der Community über die rechtlichen Einschränkungen und die Auswahl lizenzierter Anbieter kann dabei helfen, das Vertrauen der Zuschauer zu erhalten und gleichzeitig rechtliche Risiken zu minimieren.

Oft gestellte Fragen

Dürfen Gaming-Streamer in Deutschland unlizenziert broadcasten?

Nein, Gaming-Streamer dürfen in Deutschland nicht ohne entsprechende Lizenz streamen, wenn sie Glücksspielangebote bewerben oder darauf verweisen. Die online casinos sehen vor, dass sämtliche Werbeformen für Glücksspiel nur mit valider deutscher Genehmigung erlaubt ist. Streamer, die ohne Lizenz Casino-Inhalte zeigen und dabei auf nicht lizenzierte Plattformen verweisen, verletzen den Glücksspielstaatsvertrag. Dies trifft ebenso zu auf Schweizer Streamer, die eine deutsches Publikum erreichen. Die bloße Darstellung von Glücksspiel ohne wirtschaftliche Intention kann unter Umständen gestattet werden, jedoch ist die Grenze zur Werbung oft fließend und sollte rechtlich geprüft werden.

Welche Konsequenzen erwarten bei unerlaubter Glücksspielwerbung?

Bei Verstößen gegen online casinos drohen erhebliche Sanktionen. Bußgelder können bis zu 500.000 Euro, abhängig von der Schwere und Dauer des Verstoßes. Neben finanziellen Strafen sind auch Abmahnungen und einstweilige Verfügungen möglich, die Streamer zur sofortigen Einstellung ihrer Aktivitäten zwingen können. In besonders schweren Fällen, etwa bei systematischer Bewerbung illegaler Glücksspielangebote, sind auch strafrechtliche Konsequenzen denkbar. Plattformen wie Twitch können zudem Accounts sperren oder Monetarisierungsmöglichkeiten entziehen. Für Schweizer Streamer gilt: Auch wenn sie nicht in Deutschland ansässig sind, können sie belangt werden, sofern ihre Inhalte gezielt auf den deutschen Markt ausgerichtet sind.

Müssen Schweizer Zuschauer spezielle Vorschriften beachten?

Schweizer Zuschauer unterliegen grundsätzlich dem schweizerischen Geldspielgesetz, nicht den Bestimmungen Deutschlands. Sie dürfen Glücksspiel-Streams ansehen, solange sie selbst nur bei in der Schweiz lizenzierten Anbietern spielen. Die Nutzung von ausländischen, nicht in der Schweiz zugelassenen Glücksspielangeboten ist nicht zulässig, auch wenn diese via Streams beworben werden. Zuschauer sollten daher prüfen, ob empfohlene Plattformen über eine valide Schweizer Lizenz verfügen. Die online casinos betreffen Zuschauer aus der Schweiz nur indirekt, da sie als Konsumenten nicht für die Werbeaktionen der Streamer verantwortlich sind. Dennoch ist Vorsicht geboten: Wer über Streaming-Verbindungen bei illegalen Anbietern spielt, befindet sich in einer legalen Grauzone.

Wie weichen ab die Regelungen zwischen Deutschland und der Schweiz?

Die Unterschiede zwischen den beiden Rechtssystemen sind erheblich. Während die online casinos sehr strenge Werbeverbote und Lizenzpflichten vorsehen, ist die Schweiz in manchen Bereichen liberaler, verfolgt aber ebenfalls einen Schutzgedanken. In Deutschland gilt seit 2021 der Glücksspielstaatsvertrag mit klaren Vorgaben zu Werbung, Sendezeiten und Lizenzen. Die Schweiz reguliert Glücksspiel über das Geldspielgesetz, das zwischen Groß- und Kleinspielen unterscheidet. Ein wesentlicher Unterschied: In Deutschland ist Online-Casino-Werbung stark eingeschränkt, während die Schweiz konzessionierten Anbietern mehr Spielraum lässt. Für Streamer bedeutet dies, dass sie je nach Zielgruppe unterschiedliche Compliance-Anforderungen erfüllen müssen, was die Produktion von Inhalten komplex macht.

Welche Vorgaben sind erforderlich für Affiliate-Links in Streams?

Affiliate-Links sind Gegenstand von sehr strikten Regelungen, da sie als kommerzielle Anzeigen gelten. Streamer sind verpflichtet, solche Links klar als Werbung zu markieren und dürfen nur auf zugelassene Plattformen verweisen. Die online casinos fordern, dass Affiliate-Partnerschaften offen dargelegt werden und die beworbenen Gaming-Anbieter über eine gültige deutsche Lizenz verfügen. Zudem sind Streamer verpflichtet, sicherstellen, dass ihre Affiliate-Links nicht zu unlauterem Wettbewerb führen oder junge Menschen erreichen. Verstöße können zur Rückforderung von Provisionen, Schadensersatzzahlungen und Bußgeldern führen. Schweizer Streamer sollten besonders vorsichtig sein: Auch wenn sie Schweizer Plattformen promoten, können sie gegen deutsche Bestimmungen verstoßen, wenn ihre Streams hauptsächlich deutsche Zuschauer ansprechen. Eine juristische Beratung vor Implementierung von Affiliate-Programmen ist dringend empfohlen.